Dienstag, 01 April 2025 16:40

Düsseldorf ernennt ersten städtischen Antisemitismusbeauftragten

Jüdische Gemeinde Jüdische Gemeinde pixabay/Foto illustrativ

Die nordrhein-westfälische Landeshauptstadt Düsseldorf reagiert mit konkreten Maßnahmen auf wachsende antisemitische Tendenzen. Die Stadt hat ein neues Amt geschaffen und besetzt es mit einer bekannten Persönlichkeit. Wolfgang Rolshoven übernimmt ehrenamtlich die neue Funktion des städtischen Antisemitismusbeauftragten.

Inhaltsverzeichnis:

Wolfgang Rolshoven übernimmt Verantwortung

Der ehemalige Vorsitzende der "Düsseldorfer Jonges", des größten Heimatvereins Europas, bringt langjährige Erfahrung im gesellschaftlichen Engagement mit. Oberbürgermeister Stephan Keller betont seine überparteiliche Anerkennung und seine enge Verbindung zum öffentlichen Leben in Düsseldorf. Die neue Position ist Teil einer umfassenden Strategie zur Bekämpfung von Judenfeindlichkeit und zur Förderung jüdischen Lebens.

Mit Wolfgang Rolshoven wurde ein erfahrener und engagierter Bürger für die Aufgabe gewonnen. Er ist in Düsseldorf gut vernetzt und hat in der Vergangenheit enge Kontakte zur Jüdischen Gemeinde gepflegt. Besonders in seiner Rolle bei den "Jonges" setzte er sich mehrfach für deren Anliegen ein. Seine ehrenamtliche Tätigkeit als Antisemitismusbeauftragter beginnt zur Jahresmitte 2025 und ist zunächst auf zwei Jahre angelegt.

Die Stadt Düsseldorf hatte im Dezember 2024 beschlossen

Die Stadt Düsseldorf hatte im Dezember 2024 beschlossen, das Amt zur „Bekämpfung von Antisemitismus und zur Förderung jüdischen Lebens“ einzurichten. Diese Entscheidung fiel vor dem Hintergrund zunehmender antisemitischer Vorfälle und dient als klares Zeichen für gesellschaftlichen Zusammenhalt. Kommunale Antisemitismusbeauftragte gibt es bisher nur vereinzelt, zum Beispiel in Bamberg und Berlin.

Große jüdische Gemeinde in Düsseldorf

Düsseldorf zählt zu den Städten mit einer der größten jüdischen Gemeinden in Deutschland. Diese Bedeutung spiegelt sich nun auch in der kommunalen Struktur wider. Die Stadt möchte mit der neuen Position langfristig stabile Netzwerke aufbauen und antisemitischen Entwicklungen aktiv entgegentreten.

Der Beauftragte wird dabei:

  • Projekte gegen Antisemitismus initiieren
  • Maßnahmen zur Förderung jüdischen Lebens koordinieren
  • ein breites gesellschaftliches Netzwerk aufbauen
  • mit städtischen und zivilgesellschaftlichen Akteuren zusammenarbeiten

Zusammenarbeit mit Landesebene

Das Düsseldorfer Amt ergänzt die landesweiten Strukturen, die seit Ende 2024 durch Sylvia Löhrmann als nordrhein-westfälische Antisemitismusbeauftragte verstärkt wurden. Die Verbindung von Landes- und Kommunalebene soll die Effektivität der Maßnahmen erhöhen. Düsseldorf geht damit einen ungewöhnlichen, aber wichtigen Schritt im Kampf gegen Judenhass.

Die Stadt setzt auf konkrete Aktionen statt bloßer Symbolik. Mit Wolfgang Rolshoven erhält das neue Amt ein Gesicht, das für Verantwortung und Dialog steht.

Quelle: WDR, webrivaig.com/de