Inhaltsverzeichnis:
- Richterin unterbricht Verhandlung
- Rumänischer Subunternehmer im Fokus
- Fehler bei der alten Decke
- Zeugen und Verfahrensablauf
- Verantwortung und Anklagepunkte
Richterin unterbricht Verhandlung
Kurz nach der Verlesung der Anklage unterbrach die Richterin die Verhandlung für ein nicht öffentliches Gespräch mit allen Beteiligten. Ziel war die Prüfung, ob das Verfahren gegen eine Geldzahlung eingestellt werden könnte. Diese Einigung kam jedoch nicht zustande.
Der Prozess richtet sich gegen einen 66-jährigen Firmenchef, der seit Juli 2021 im Ruhestand ist. Schon im Ermittlungsverfahren hatte er die Verantwortung zurückgewiesen. Er betonte, die Arbeiten seien fachgerecht durchgeführt worden. Nach eigenen Angaben habe er in 34 Jahren Berufserfahrung einen solchen Vorfall nie erlebt.
Rumänischer Subunternehmer im Fokus
Das Trockenbauunternehmen hatte im Sommer 2021 den Auftrag vom Immobilienbesitzer erhalten. Die Durchführung übertrug es einem rumänischen Subunternehmer. Dessen Arbeiter entfernten die alte Gipsdecke und setzten eine neue abgehängte Konstruktion ein.
Als Monate später Risse sichtbar wurden, kam es zu Nachbesserungen. Dabei installierten die Subunternehmer eine zusätzliche Gipskartonplatte. Nach Einschätzung eines Gutachters war dies ein schwerwiegender Fehler. Die Tragfähigkeit der gesamten Konstruktion sei dadurch erheblich geschwächt worden.
Fehler bei der alten Decke
Ein Tragwerksspezialist erklärte vor Gericht, dass die Arbeiter beim Abriss Bewehrungsstäbe durchtrennt hätten. Dadurch verlor das System seine Stabilität. Hinzu kam, dass bereits 20 Jahre zuvor beim Einbau der Kuppeldecke nicht zugelassene Hohlraumdübel eingesetzt worden waren. Diese Mängel hätten vor der neuen Montage geprüft werden müssen.
Die zusätzliche Gipskartonage erhöhte das Gewicht der Decke. Am 27. März 2022 stürzte sie gegen 5 Uhr morgens über dem Thekenbereich auf einer Länge von 13 Metern ab. Vier Personen wurden verletzt, darunter zwei Frauen im Alter von 20 und 25 Jahren schwer.
Zeugen und Verfahrensablauf
Für den ersten Prozesstag waren zehn Zeugen geladen.
- Der Pächter der Diskothek
- Zwei Mitarbeiter
- Der rumänische Subunternehmer
- Drei Verletzte
Mehrere Zeugen erschienen nicht. Der Subunternehmer befindet sich nach Angaben des Gerichts derzeit im Urlaub in Rumänien. Zwei Verletzte hatten bereits auf die gerichtliche Ladung nicht reagiert. Sie werden nun am 26. August 2025 von der Polizei vorgeführt und müssen jeweils 150 Euro Ordnungsgeld zahlen.
Der Prozess hatte bereits im April begonnen. Nach internen Absprachen wurde er jedoch auf Ende August verschoben, um weitere Sachverständige und Zeugen zu laden.
Verantwortung und Anklagepunkte
Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, die Ursache der Rissbildung nicht überprüft zu haben. Hätte er die Tragfähigkeit kontrolliert, wäre der Einsatz ungeeigneter Dübel entdeckt worden. Nach Auffassung der Ermittler war die Aufhängung der Decke deshalb von Beginn an mangelhaft.
Der Prozess wird am Dienstag, den 26. August 2025, fortgesetzt. Dann sollen weitere Zeugen und Sachverständige gehört werden.
Quelle: WDR, www.welt.sn2world.com