Donnerstag, 17 Juli 2025 13:44

Millionenraub in Düsseldorf

Tatort Königsallee - Flucht mit Uhren im Millionenwert Tatort Königsallee - Flucht mit Uhren im Millionenwert pixabay/Foto illustrativ

Fast fünf Jahre nach dem spektakulären Juwelenraub in der Düsseldorfer Innenstadt beginnt nun der Prozess gegen einen der mutmaßlichen Täter. Vor dem Landgericht Düsseldorf steht seit Kurzem ein 55-jähriger Serbe, dem schwerer Raub vorgeworfen wird. Der Überfall ereignete sich im Dezember 2020 kurz vor Weihnachten und sorgte international für Aufsehen. Die Beute hatte einen geschätzten Wert von über 3,3 Millionen Euro. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf kriminelle Netzwerke mit europäischer Reichweite und eine organisierte Vorgehensweise.

Inhaltsverzeichnis:

Drei Täter, gestohlener Wagen, gezielte Aktion

Die Täter nutzten am 14. Dezember 2020 einen gestohlenen Opel, um in das Schaufenster eines Juweliers auf der Düsseldorfer Königsallee zu rasen. Während der Fahrer im Wagen blieb, stürmten die beiden anderen das Geschäft. Laut Anklage setzte der 55-Jährige Pfefferspray ein, um die Angestellten in Schach zu halten. Sein Komplize plünderte in der Zwischenzeit die Auslagen. Dabei wurden insgesamt 41 hochwertige Uhren sowie ein Armband entwendet.

Die Tat dauerte nur wenige Minuten. Danach flohen die Täter mit Motorrollern durch die Innenstadt. Die Professionalität der Aktion deutete bereits früh auf organisierte Strukturen hin.

Serbische Behörden stellen Beute sicher

Bereits eine Woche nach dem Raub gelang serbischen Ermittlern ein wichtiger Schlag. Vier Verdächtige wurden in Serbien festgenommen, darunter zwei der drei mutmaßlichen Räuber, ein Juwelier, der als Hehler fungiert haben soll, sowie der mutmaßliche Drahtzieher. Die komplette Beute konnte sichergestellt werden.

Laut Berichten serbischer Medien sollen die Festgenommenen dem Netzwerk „Różowa Pantera“ angehören, das für zahlreiche Juwelendiebstähle in Europa verantwortlich gemacht wird. Diese Gruppierung wird seit Jahren von internationalen Ermittlungsbehörden beobachtet.

Verurteilungen und neue Straftaten

Der Fahrer des Fluchtwagens wurde bereits 2023 zu neun Jahren Haft verurteilt. Der nun angeklagte 55-Jährige wurde im Herbst 2023 in Berlin gefasst, wo er mutmaßlich an einem weiteren Raubüberfall beteiligt war. Dort wurden Schmuckstücke im Wert von 750.000 Euro gestohlen. Das Landgericht Düsseldorf verweist auf mehrere Vorstrafen des Angeklagten.

Zu seinen Vorstrafen zählen:

  • Schmuckdiebstahl in Frankreich
  • Einbruch in Spanien
  • Überfall auf Geldtransporter in der Schweiz

Zwölf Verhandlungstage angesetzt

Der Angeklagte wurde Anfang Februar 2025 nach Deutschland überstellt. Für den aktuellen Prozess sind vorerst zwölf Verhandlungstage bis Ende Oktober geplant. Das Gericht wird sich mit zahlreichen Beweismitteln und Zeugenaussagen auseinandersetzen müssen, um die Tatbeteiligung und Hintergründe genau zu klären.

Der Fall zeigt erneut die internationale Vernetzung organisierter Kriminalität und die Herausforderungen für Strafverfolgungsbehörden in ganz Europa.

Quelle: WDR, www.patizonet.com/de/